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Was ist «PAT  Mit Eltern Lernen»?

«Parents as Teachers» ist anfangs der 1980er-Jahre in den USA entstanden. Das Hausbesuchsprogramm zur frühkindlichen Förderung und Elternbildung wurde kontinuierlich weiterentwickelt und die Wirksamkeit in mehreren Studien nachgewiesen. Seit 15 Jahren wird «PAT Mit Eltern Lernen» im deutschsprachigen Raum umgesetzt und erfüllt alle Kriterien für wirksame Frühförderprogramme*:

  • Auf Familien in besonderen Belastungssituationen zugeschnitten
  • Frühzeitiger Beginn, noch vor der Geburt
  • Intensiv und langfristig angelegt: mehrere Kontakte pro Monat über mehrere Jahre
  • Multikomponenten-Ansatz: Home-based und Center-based, Beratung/Bildung Eltern, Betreuung/Förderung Kind, sowie Alltagshilfen
  • Hohe Qualifikation des Personals

* Neuhauser, A. & Lanfranchi, A. (2014). Implementation matters: Efficacy of early childhood education in stressed families.

 

Die vier Programmelemente

circle diagramm

Hausbesuche

Zertifizierte Elterntrainerinnen besuchen die Familie ein bis vier Mal im Monat, in der Regel alle zwei Wochen. Bei Bedarf werden interkulturell Dolmetschende beigezogen. Jeder Besuch besteht aus folgenden Elementen:

  • Einstieg: Eingehen auf Themen und Zielsetzungen des letzten Besuchs
  • Eltern-Kind-Interaktion: Einführen und Anleiten eines Spiels, einer sprachfördernden Buchaktivität kombiniert mit gemeinsamer Entwicklungsbeobachtung
  • Entwicklungsorientiertes Erziehungsverhalten: Entwicklungsstand und Verhalten des Kindes in Bezug zu einander stellen – adäquates Elternverhalten diskutieren
  • Wohl der Familie: Besprechen aktueller Anliegen und Themen der Eltern zu den Lebensumständen und der Gesundheit der ganzen Familie
  • Abschluss: Zusammenfassung, Auswertung, Vereinbarung nächster Schritte und Ritual

 

Gruppenangebote

In Gemeinden mit fünf und mehr begleiteten Familien wird monatlich ein geleitetes Gruppentreffen durchgeführt. Es ist offen für alle Familien der Gemeinde mit Kindern von
0 – 3 Jahren. Neben thematischen Schwerpunkten zu Erziehungs- oder Entwicklungsthemen geht es dabei hauptsächlich um Vernetzung, den Austausch der Eltern untereinander und das gemeinsame Spielen. Kinder machen erste Erfahrungen in der Gruppe.

In Gemeinden ohne zeppelin-Gruppentreffen werden die Familien in das nächst gelegene passende Gruppenangebot vernetzt.

 

Aufbau sozialer Netzwerke

Die Elterntrainerin unterstützt die Familien, weitere Dienstleistungen und Angebote in der Wohngemeinde zu nutzen, wie z.B. Bibliothek, Familienzentren, Elterntreffs und andere Fachstellen.

 

Entwicklungsbeobachtung/Gesundheitsbefragung

Die Elterntrainerin beobachtet während der Hausbesuche zusammen mit den Eltern den Entwicklungsstand und die Gesundheit des Kindes. Sie zeichnet die Beobachtungen regelmässig auf und schätzt diese mit Hilfe standardisierter Instrumente ein. Allfällige Abweichungen können frühzeitig erkannt und die Eltern unterstützt werden, eine geeignete Fachstelle aufzusuchen.